30. Juni 2010

Held – Flix

Category: Rezension Comics — ComicCombo @ 10:06

»Held wird man nicht erst,
Held ist man.
An jedem verdammten Tag seines Lebens.«

Eigentlich sind das die letzten Worte, die man in Flix’ „Held“ lesen kann, doch sie fassen doch alles recht gut zusammen.
Wem ging es schon einmal so? Man geht in einen Buchladen und steht vor dem Regal mit den Biographien. Das könnte man doch eigentlich auch, oder?

Wer kennt denn schließlich das Leben einer Person besser als man selbst? Und hat man nicht so einiges erlebt, was man durchaus aufschreiben könnte?
Das Ganze noch als Comic?
Klar!
Und dann noch weiter gehen? Bis in die Zukunft?
Was?

Flix hat genau das gemacht. Seine Comicbiographie endet nicht einfach im Hier und Jetzt, sondern spinnt noch ein paar Jahre in die Zukunft weiter. Japanisch ersetzt Englisch in der täglichen Alltagssprache, man kauft Strom beim Bäcker und die Haushaltsgeräte reden untereinander mehr miteinander als es einem eigentlich lieb ist. Das alles klingt unglaublich faszinierend, doch das, was „Held“ eigentlich wirklich lesenswert macht, ist nicht das Extreme, das Ausgefallene, sondern der Alltag.

Sympathisch erzählt Flix sein Leben und beschönt es dabei doch nicht. Man erkennt sich in kleinen Situationen manchmal selbst wieder, staunt über andere und ist am Ende ziemlich ergriffen und trägt ein kleines Lächeln mit sich.

„Held“ versucht nicht mit imposanten Bildern zu punkten, sondern nimmt den Leser schlicht und einfach mit auf eine kleine Reise durch das Leben von Felix Görmann, der auf die grandiose Idee kam sein Leben als Diplomarbeit zu zeichnen. Damit hat er nicht nur seine Dozenten an der Uni überrascht, sondern wohl auch jeden, der diesen Comic zur Hand nimmt.
Wer einmal angefangen hat die Werke von Flix zu lesen und sich dafür begeistern kann, der wird wohl auch von seinen anderen Werken beeindruckt sein.
(dv)

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