7. April 2010

Strait Jacket – Legend of the Demon Hunter

Category: Rezension Manga — ComicCombo @ 12:38

Im Jahre 1899 ist es den Menschen möglich geworden, Magie zu ihrem Nutzen einzusetzen. Doch diese Kräfte bergen hohe Risiken: Wer sie unachtsam einsetzt, öffnet die Dimension zur Hölle und verwandelt sich selbst zu einem mörderischen Dämon. Um den Gefahren die durch solch besessene Menschen entstehen zu begegnen, wurde eine Spezialeinheit sogenannter „taktischer Magier“ ins Leben gerufen. Doch auch diese Streitmacht an Spezialisten stößt an ihre Grenzen, als eine Terrorgruppe damit beginnt, die übernatürlichen Kräfte zu manipulieren und somit eine wahre Plage an Dämonen zu schaffen. Der Regierung bleibt nichts anderes übrig, als sich an den zynischen Einzelkämpfer Leiot Steinberg zu wenden. Der hochveranlagte Magier ist zwar durch seinen eigensinnigen Charakter nicht wirklich teamfähig, aber offenbar die letzte schlagkräftige Waffe, die den Menschen im Kampf gegen die Dämonen noch bleibt… (Herstellerinfo)
Nach dem Full Metal Alchemist tritt nun also der nächste Kämpfer auf dem Plan, der in einem viktorianisch geprägten Alternativengland mit einer Kombination aus großkalibriger Bewaffnung und magischem Zerstörungswerkzeug den Geistern, Dämonen und Monstrositäten dieses Universums den Garaus macht. Die Tatsache, dass es sich bei Steinberg um den Protagonisten einer gerademal dreiteiligen OVA-Miniserie handelt, sorgt allerdings dafür, dass die Vergangenheit des unbequemen Antihelden deutlich weniger ausführlich als in Studio Bones beliebter Konkurrenzserie ins Licht gerückt wird, auch die anderen Charaktere erhalten zwar etwas Background, sind aber dennoch schablonenhaft genug augearbeitet, um auch tragischere Ereignisse als nicht übermäßig schmerzhaft erscheinen zu lassen.
Stattdessen nahmen die Macher der OVA den Kampf zwischen Dunkel und „Noch Dunkler“ zum Anlass, ein Maximum an explosiver Action in die 90 Minuten Laufzeit zu packen, eine clevere Entscheidung, schafft man so doch eine durchaus interessante Alternative zum ja recht ruhig und charakterorientiert erzählten FMA. Erfreulicherweise sind die Actionszenen auch ebenso furios wie zahlreich, vom splattrigem Auseinandernehmen der übernatürlichen Gegnerschar bis zu spektakulären Explosionsorgien wird viel schick Animiertes fürs Auge geboten, wobei die Inszenierung nichts zu wünschen übrig lässt.
Dafür sind die Hintergründe eher solider Durchschnitt, auch die Charakterdesigns können kaum originell genannt werden, wissen aber dennoch zu gefallen.
Ein treibender Score rundet das Geschehen sauber ab, fertig ist routiniert gemachte Genrekost, welche als Missionierungswerkzeug zur Gewinnung neuer Otaku-Adepten kaum geeignet sein dürfte, aber sauber unterhält, und darum auch milde empfohlen werden kann.

Die dt.DVD fasst die drei Einzel-OVAs zu einem Spielfilm zusammen, ist aber ungeschnitten. Bild und Ton sind gut, die Synchro auch, allerdings handelt es sich bei den Untertiteln um Dubtitles. Überraschenderweise gibt es für diesen eher wenig prominenten Titel sogar ein nettes Making Of.

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