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		<title>Egon Schiele &amp; Die letzten Tage von Stefan Zweig</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Apr 2013 11:08:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ComicCombo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[Egon Schiele &#8211; Xavier Coste &#38; Die letzten Tage von Stefan Zweig &#8211; Laurent Seksik/ Guillaume Sorel Schon Filmbiographien müssen sich, wenn sie nicht endlos ausufern wollen, auf zentrale Ereignisse im Leben der schilderten Person beschränken. Noch schärfer ist der Zwang zur Beschränkung im Comic. Zwei aktuelle Neuerscheinungen versuchen sich daran &#8211; eine scheitert, eine [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter" alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/Egon Schiele.jpg" /></p>
<p><em><b>Egon Schiele &#8211; <b>Xavier Coste</b></b> <strong>&amp;</strong> <b>Die letzten Tage von Stefan Zweig</b> &#8211; <b>Laurent Seksik/ Guillaume Sorel</b></em></p>
<p><b>Schon Filmbiographien müssen sich, wenn sie nicht endlos ausufern wollen, auf zentrale Ereignisse im Leben der schilderten Person beschränken. Noch schärfer ist der Zwang zur Beschränkung im Comic. Zwei aktuelle Neuerscheinungen versuchen sich daran &#8211; eine scheitert, eine schafft&#8217;s.</b></p>
<p>Lang währte das Leben des expressionistischen Malers Egon Schiele nicht. Grade einmal 28 Jahre wurde er alt, ehe er 1918 an der Grippe verstarb. Die Zeit seines Lebens, die belle epoque, der erste Weltkrieg, der Umgang mit Malerkollegen wie Klimt, seine Vielzahl Affären und die Skandale um ihn bieten dennoch Stoff für eine pralle Erzählung.</p>
<p>Diese Erwartung zu unterlaufen und ein grafisch eher an Schieles groteskem, sicher auch manieriertem Stil angelehntes Album zu produzieren, das trocken, depressiv und aufs Äußerste verknappt Episoden aus Schieles Leben zusammenfasst, ist sicher ein mutiger und richtiger Schritt von Coste.</p>
<p>Nur leider, es funktioniert nicht. Vielleicht liegt es an der steifen Übersetzung, vielleicht an der Sprunghaftigkeit der Episoden, vielleicht an der allzu psychologisierenden Erzählweise (immer wieder führt Coste Handlungselemente auf Schieles Kindheit zurück). Es ist eine eher holprige, kaum Verständnis weckende Erzählung.</p>
<p>Ganz anders „Die letzten Tage von Stefan Zweig“. Wie der Titel schon andeutet, wird ein Großteil von Zweigs Leben einfach ausgeblendet. Beginnend mit der Ozeanüberfahrt nach Südamerika 1941 und endend mit dem Selbstmord 1943, wird das Leben des Schriftstellers vor dem Exil nur punktuell angedeutet.</p>
<p>Das tut der Erzählung gut. „Die letzten Tage“ ist im Kern die Erzählung eines Heimatlosen, abgeschnitten von seinen kulturellen Wurzeln. Vor dem phantastischen Hintergrund der Landschaft, der Städte und farbenfrohen Mode Brasiliens, großartig in manchmal ganzseitigen Bildern umgesetzt, entfaltet sich das Drama der Depression eines Entwurzelten, dem trotz allen Ruhms der Lebenssinn entgleitet.</p>
<p>Es ist eine poetische, stille, detailfreudige, gleichzeitig farbige, in der Darstellung von Land und Leuten episch fortzoomende, psychologisch fein austarierte Geschichte, und als solche nicht nur für Zweig-Leser empfehlenswert.</p>
<p><i>Egon Schiele: Kneesebeck Verlag, 72 S.; € 19,95</i></p>
<p><i>Die letzten Tage von Stefan Zweig: Jacoby &amp; Stuart, 88 S.; € 24,00</i></p>
<p>von Stefan Pannor</p>
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		<title>Der Tod von Spider-Man &#8211; Brian Michael Bendis/Mark Bagley</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 15:33:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ComicCombo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie lässt man einen Superhelden sterben? Kurz und schmerzlos oder lang und dramatisch? „Der Ultimative Spider-Man“ hat sich für eine Methode entschieden. Aber war es auch die beste? Früher starben Superhelden meistens so: nach einem langen und erschöpfenden Kampf besiegt der Held den Schurken, kommt dabei aber selbst ums Leben. Superman etwa starb so. Der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Hefte-S-U/Heft-Ultimate-Spider-Man-5-Der-Tod-von-Spider-Man::44319.html"><img class="aligncenter" alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/spiderman.jpg" width="325" height="500" /></a></p>
<p><b>Wie lässt man einen Superhelden sterben? Kurz und schmerzlos oder lang und dramatisch? „Der Ultimative Spider-Man“ hat sich für eine Methode entschieden. Aber war es auch die beste?</b></p>
<p>Früher starben Superhelden meistens so: nach einem langen und erschöpfenden Kampf besiegt der Held den Schurken, kommt dabei aber selbst ums Leben. Superman etwa starb so. Der tragische Effekt entstand aus der Überraschung, den sonst siegreichen Helden untergehen zu sehen.</p>
<p>Weil die Comics sich gewandelt haben, weil die Comicszene sich gewandelt hat und weil jedes Gerücht im Internet schnell die Runde macht, geht das heute kaum noch so. Der Tod von Batman etwa wurde knapp ein Jahr vorher bereits angekündigt. Drama statt Tragik: der Tod eines Superhelden ist heute lang inszeniertes Leiden mit vorhersehbarem Ausgang (und erwartbarer Wiederkehr).</p>
<p>Das wird dann endgültig ad absurdum geführt, wenn, wie im Fall von „Der Tod von Spider-Man“ der Ausgang der Geschichte bereits im Titel verraten wird.</p>
<p>Aber es ist ja gar nicht der ursprüngliche Spider-Man, der hier über die Wupper bzw. den Hudson River geht. Es geht um „Der Ultimative Spider-Man“, den vor knapp zehn Jahren gestarteten,vom Ballast der damals vierzigjährigen Seriengeschichte befreiten Titel.</p>
<p>Den Großteil der Laufzeit war es aufgrund ihrer einfühlsamen, innovativen Erzählweise nicht nur die beste, sondern auch die erfolgreichste der diversen Spider-Man-Comicserien. Bis diverse Zeichnerwechsel, ein verwirrendes Nummererungschaos (die Serie wurde eingestellt, neu gestartet, neu nummeriert und schliesslich mit alter Nummerierung fortgeführt) und sicher auch ein Nachlassen der kreativen Energie zum Schwinden des Erfolgs führte.</p>
<p>Der Tod der Titelfigur ist angesichts dessen die logische Konsequenz. Aber wie inszeniert man Spider-Mans Tod, wenn sowieso jeder weiss, was passiert?</p>
<p>Im vorliegenden Fall durch extrehme Dehnung. Nicht nur dass die eigentliche Erzählung sich über sechs Hefte streckt. Dem vorausgegangen war ein ebenfalls sechs Hefte langer Prolog, und hinten dran gehängt ist ein ebenso langer Epilog. Aber Drama wird langweilig, wenn man ein Jahr lang &#8211; zwölf Ausgaben der monatlichen Heftserie &#8211; weiss, was passieren wird. Und es hinterher ein halbes Jahr lang nochmal nacherzählt bekommt.</p>
<p>Auch in der gebündelten Form als Paperback wird es leider nicht wesentlich spannender. Es gibt einen gebündelten Showdown, für den noch einmal alle zentralen Figuren der Serie versammelt werden, einen grossen Kampf und, klar, viele Tränen am Ende.</p>
<p>Das kennt man, so starb schon Superman vor 25 Jahren. Und vllt. sollte man diese überlange Erzählung als zu groß geratene Hommage daran lesen. Aber sonst? „Der Tod von Spider-Man“ ist ist ein passabler Schlusspunkt hinter eine im Übrigen weitgehend großartige Serie. Mehr leider nicht.</p>
<p>Obwohl, Schlußpunkt? Die regulären Spider-Man-Titel waren von diesen Ereignissen natürlich nicht betroffen. Und auch in „Der ultimative Spider-Man“ hat längst eine andere Figur das Spinnenkostüm an. In Deutschland wird Ende des Jahres davon zu reden sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Panini Comics, 148 S.; € 14,95</p>
<p>von Stefan Pannor</p>
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		<title>Luft und Liebe &#8211; Hubert/Marie Caillou &amp; Paris &#8211; Maarten vande Wiele</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 15:15:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ComicCombo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; &#160; Frauen lesen Comics, das ist kein Geheimnis. Manga natürlich. Aber auch die Bücher von Reprodukt, Ralf König und Isabel Kreitz haben einen hohen Anteil weiblichen Publikums. Dass Carlsen ausgerechnet jetzt ein Comiclabel nur für Frauen startet, wirkt anachron. „Ladies Edition“ heisst es, und man kann schon die Bezeichnung sexistisch finden. Wer hätte je [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Graphic-Novel/Album-Luft-und-Liebe::47058.html"></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/luft liebe.jpg" width="350" height="494" /></p>
<p></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Graphic-Novel/Album-Paris::47059.html"></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/paris.jpg" width="350" height="496" /></p>
<p></a></p>
<p><b>Frauen lesen Comics, das ist kein Geheimnis. Manga natürlich. Aber auch die Bücher von Reprodukt, Ralf König und Isabel Kreitz haben einen hohen Anteil weiblichen Publikums. Dass Carlsen ausgerechnet jetzt ein Comiclabel nur für Frauen startet, wirkt anachron.</b></p>
<p>„Ladies Edition“ heisst es, und man kann schon die Bezeichnung sexistisch finden. Wer hätte je von einer „Gentleman Edition“ für, sagen wir, die aktuellen Kriegscomics bei Carlsen gehört? Die Benennung des Labels suggeriert eine Ausgrenzung eines Teils der Leserschaft (nämlich der Frauen) auf bestimmte Themen und Formate. Außerdem ist der Begriff „Ladies“ schlicht altbacken.</p>
<p>Aber was ist es nun, dass Frauen, pardon, Ladies interessiert?</p>
<p>Kurz, Magersucht, Mode &amp; Sex. „Luft und Liebe“ von Hubert und Marie Caillou ist hier vielleicht noch der thematisch spannendste Titel. Auf überschaubaren 76 Seiten entwickelt das Autorenduo eine Geschichte von Magersucht und Koabhängigkeit.</p>
<p>Die geht dann so, dass sich zwei Magersüchtige beim Ernährungstherapeuten treffen und, bedingt durch ihr Zusammensein, noch tiefer in den kalorienarmen Abgrund stürzen. Man kennt das von Geschichten über Alkoholiker, Drogenabhängige u.a.</p>
<p>Immerhin geben sich Hubert &amp; Caillou Mühe, den erschreckend schmächtigen Figuren ein Innenleben und eine Vergangenheit zu verleihen. Den wirklichen Schrecken der Magersucht widergeben aber können sie kaum, die postkartenidyllischen Zeichnungen der atemberaubend hübsch androgynen Figuren verhindern das. Genauso wie der Schluss, der sich vor dem nötigen drastischen Finale ins Metaphorische drückt.</p>
<p>„Paris“ von Maarten vande Wiele, eigentlich zwei Bände in einem, ist Entspannung und Gegenprogramm dazu. Allerdings auch ein furchtbares Buch. Zu Recht verweist es auf Jackie Collins am Anfang, die Altmeisterin der semipornografischen Frauenschmonzetten.</p>
<p>Vande Wiele entwickelt einen Reisser um drei Frauen in Paris, alle hohl, glubschäugig und attraktiv, die sich in einer nicht minder hohlen, durch und durch bösartigen Welt nach oben und nach unten vögeln.</p>
<p>Der Band schreckt nicht vor eindeutigen Darstellungen zurück. Hier ist gar nichts metaphorisch. Aber auch kein Tiefgang, kein Innenleben, keine Ehrlichkeit. Kein Witz. Sex ist die Metapher für das Böse, auf jeden Orgasmus folgt ein Schicksalsschlag. Und Sex haben alle, dauernd.</p>
<p>Abwechslung vom permanenten Leidgevögel bietet nur die manisch prätentiöse Eigenart des Zeichners, auf jeder Seite aufzulisten, nach welchen Designvorbildern er die drastisch knappe Kleidung der Figuren gestaltet hat. Moral: nicht nur der Teufel trägt Prada, auch dumme Bratzen tun es.</p>
<p>Luft und Liebe: Carlsen Comics, 80 S.; € 15,90</p>
<p>Paris: Carlsen Comics, 216 S.; € 19,90</p>
<p>von Stefan Pannor</p>
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		<title>Die besten Geschichten &#8211; Floyd Gottfredson &amp; Daisy &amp; Oma Duck &#8211; Carl Barks</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 15:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ComicCombo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; &#160; Von den klassischen Disney-Zeichnern ist Floyd Gottfredson das Sorgenkind. Das liegt nicht an der Qualität seiner Comics, im Gegenteil. Sondern am Format, in dem diese erschienen sind. Gottfredson hat gut ein halbes Jahrhundert lang den täglichen Micky-Maus-Strip für die Tageszeitungen gezeichnet. Die schmalen, breiten Strips stehen im Konflikt zum vorrangig auf hochformatige Comics [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Album-D-F/Album-Disney-Die-besten-Geschichten-von-Floyd-Gottfredson::46320.html"><img class="aligncenter" alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/gottfredson.jpg" width="350" height="490" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/barks.jpg" width="350" height="456" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Von den klassischen Disney-Zeichnern ist Floyd Gottfredson das Sorgenkind. Das liegt nicht an der Qualität seiner Comics, im Gegenteil. Sondern am Format, in dem diese erschienen sind. Gottfredson hat gut ein halbes Jahrhundert lang den täglichen Micky-Maus-Strip für die Tageszeitungen gezeichnet.</p>
<p>Die schmalen, breiten Strips stehen im Konflikt zum vorrangig auf hochformatige Comics ausgerichteten deutschen Disney-Comic-Programm. Um Gottfredsons Strips zu präsentieren, muss man sie ummontieren, beschneiden, vergrößern oder verkleinern, kurz: ihnen durch drastische Bearbeitung den ganzen natürlichen Erzählrythmus und alle Eigenheiten austreiben.</p>
<p>2007 erschien im Rahmen der „Hall of Fame“-Reihe so ein Band, das Ergebnis war ob seiner kruden Mischung verschiedenster Bearbeitungstechniken enttäuschend.</p>
<p>Der Auswahlband im Rahmen der „besten Geschichten“-Reihe, der aktuell erschienen ist, kann dieses Problem naturgemäß ebenfalls nicht umgehen. Auch hier finden sich Hoch- und Querformate und auf verschiedenste Art umgeschnittene Seiten in einem Buch.</p>
<p>Weil für diesen Band nur fünf, dafür sehr lange Erzählungen ausgesucht wurden, fällt das Kuddelmuddel allerdings als nicht ganz so schlimm auf. Drei Geschichten, immerhin 120 Seiten, folgen einheitlich der für die amerikanischen Comichefte erstellten Montagefassung. Das läßt sich elegant durchlesen.</p>
<p>Inhaltlich sind die Comics über jeden Zweifel erhaben. Gottfredson war ein Meister der langen Abenteuergeschichten, die er in kleinen Stücken täglich portionierte. Grade die vor dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Episoden sind verblüffend drastisch, oft eher von düsterer als milder Komik, abwechslungsreiche Actiondramen mit Micky Maus als selbstbewußter Hauptfigur.</p>
<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich der Tonfall etwas, die Geschichten wurden luftiger, verträumter, verspielter. Der vorliegende Band fasst beide Schaffensphasen sehr schön zusammen. Höhepunkt: die Episode um Nazi-Saboteure im amerikanischen Hinterland, die wohl aus politischen Gründen bisher nicht auf deutsch erschienen ist.</p>
<p>Auf eine Darstellung der dritten Schaffensphase, in der Gottfredson nur noch tägliche Kurzgags produzierte, verzichtet der Band ganz. Das, wie die Auswahl insgesamt, kann man als geglückt ansehen.</p>
<p>Und doch ist es wieder einmal Stückwerk. Nicht erfassen kann der deutsche Leser anhand dieses Auswahlbandes, wie sauber Gottfredson die Abfolge seiner Abenteuer choreographiert hat. Die gingen nämlich im Abdruck in den Tageszeitungen elegant ineinander über, statt klar definiert zu enden. Ebenso spielte Gottfredson mit einem wiederkehrenden Haupt- und Nebenfigurenpersonal, das er sukzessive erweiterte.</p>
<p>In Italien und den USA kann sich der Leser anhand umfangreicher Gesamtausgaben dieses klassischen Strips inzwischen ein Bild davon machen, wie Gottfredson große und kleine Erzählungen zu einer Großerzählung verwob. In Deutschland bleibt ihm nur die Ahnung davon.</p>
<p>Keine neue Auswahl, sondern dringend benötigter Nachdruck ist der Sammelband mit allen Geschichten um Oma Duck und Daisy Duck von Carl Barks. Die erschienen vor einigen Jahren schon mal auf deutsch, sind aber nur noch zu Apothekerpreisen erhältlich.</p>
<p>Der aktuelle Band sammelt alle Geschichten in einem voluminösen Hardcover. Leider verschweigt das Impressum, dass Barks für sämtliche Geschichten nur die Zeichnungen erledigt hat, die Plots und Dialoge allerdings nicht von ihm stammen. Ebenso ist die Angabe, alle Episoden seien von Erika Fuchs übersetzt, falsch &#8211; grade einmal die Hälfte ist es. In den alten Bänden war das noch richtig angegeben.</p>
<p>Vor allem die Geschichten um die resolute Oma Duck auf ihrer Farm sind von ebenso nostalgischem wie autobiographischen Charme: Barks war selbst lange Zeit Farmer, die Erfahrungen floßen fraglos in seine beinahe lyrische grafische Darstellung des Farmlebens ein.</p>
<p>Die Darstellung von Daisy Duck als emanzipierte Frau, pardon: Ente (Höhepunkt: sie nimmt einen Job als Sekretärin an) wirkt dagegen aus heutiger Sicht antiquiert. Nichtsdestotrotz ein schöner Band mit etwas obskuren Geschichten aus dem Randschaffen des Entenmeisters Barks.</p>
<p>Die besten Geschichten von Floyd Gottfredson; Ehapa Comic Collection, 176 S.; € 22,00</p>
<p>Carl Barks: Daisy &amp; Oma Duck; 184 S.; € 24,99</p>
<p>von Stefan Pannor</p>
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		<title>Don Quijote &#8211; Flix</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 14:58:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ComicCombo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach „Faust“ die nächste Literaturadaption von Flix. Den Ritter von der traurigen Gestalt aus Cervantes zweibändigem Roman verlegt er ins Berlin der Gegenwart und lässt ihn gegen Windräder kämpfen. Eine überraschend düstere Dramödie. Viele Comicerzähler, die eine für sie funktionierende Erzählformel gefunden haben, ruhen sich darauf aus. Es ist angenehm zu sehen, dass Flix das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Graphic-Novel/Comic-Don-Quijote::45982.html"><img class="aligncenter" alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/donquijote.jpg" width="350" height="493" /></a></p>
<p><b>Nach „Faust“ die nächste Literaturadaption von Flix. Den Ritter von der traurigen Gestalt aus Cervantes zweibändigem Roman verlegt er ins Berlin der Gegenwart und lässt ihn gegen Windräder kämpfen. Eine überraschend düstere Dramödie.</b></p>
<p>Viele Comicerzähler, die eine für sie funktionierende Erzählformel gefunden haben, ruhen sich darauf aus. Es ist angenehm zu sehen, dass Flix das nicht tut.</p>
<p>Nach der Trilogie zum Thema Alltag &amp; Beziehung, die aus den Graphic Novels „Held“, „Sag was“ und „Mädchen“ bestand, nach und während unzähliger Comicstrips und Cartoons ist „Don Quijote“ bereits die zweite Adaption klassischer Literatur von Flix. Obwohl im Original klassische Literatur, spielt auch dieses Buch von Flix im Berlin der Gegenwart.</p>
<p>Bei der Wahl des Stoffes gibt es verblüffende Parallelen zum Vorgänger „Faust“. Wie dieser handelt „Don Quijote“ von einem alten Mann, der sich gegen den Lauf der Dinge zu stemmen versucht.</p>
<p>Während das in Flix&#8217; „Faust“ allerdings dezent unter den Tisch gekehrt wurde, wird es im „Don Quijote“ unvermeidlich zum zentralen Thema. Beeinflusst von zuviel gelesenen Büchern, hält der greise Alonso Quijano sich für einen Ritter im Kampf gegen die, die aus seinem brandenburgischen Kaff ein Windradpark machen wollen.</p>
<p>Die Folge ist eine Odyssee auf dem Drahtesel durch Berlin, auf der Suche nach den Schuldigen für die geplante Zerstörung seiner Heimat.</p>
<p>Das kann nicht gut ausgehen. Flix macht das dem Leser schon grafisch von Anfang an klar. Das ist nicht mehr der unbeschwerte Funny-Strich aus früheren Büchern.</p>
<p>Viele Schwarzflächen, viele Schraffuren, deutlich mehr fein ausgearbeitete Details zeichnen die Bilder aus. Auf der erzählerischen Ebene verblüffend ist die wiederkehrende Hommage an Batman in diesem Buch, den anderen, manchmal wohl geistig auch nicht ganz klaren berühmten Ritter der Popkultur, prägen das Buch.</p>
<p>Dem dann leider irgendwo in der Mitte die Puste ausgeht. Flix klappert pflichtschuldig diverse Stationen der Romanvorlage von Cervantes ab, ohne das je in den Vordergrund zu stellen (die Kenntnis der Vorlage ist also nicht nötig, erklärt aber manches).</p>
<p>Er baut Anspielungen an eigene und fremde Werke ein. Die schönste und poetischste Sequenz etwa scheint eine Hommage an Takeshi Kitanos Film „Kikujiros Sommer“ zu sein. Aber insgesamt tritt die Handlung lange auf der Stelle, und auch das Finale &#8211; Auto gegen Drahtesel &#8211; ist nur bedingt glaubwürdig.</p>
<p>Es ist natürlich trotzdem ein schöner Comic geworden. Die Vielzahl lustiger, emotionaler, grafisch faszinierender Momente können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass „Don Quijote“ ein nicht ganz in sich schlüssiges, partiell holpriges Werk ist.</p>
<p>Das ist allerdings immer noch Meckern auf hohem Niveau.</p>
<p><i>Carlsen Comics, 136 S.; € 16,90</i></p>
<p>von Stefan Pannor</p>
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		<item>
		<title>Zarla &#8211; Guilhem/Janssens/Cesano &amp; Koma &#8211; Wazem/Peeters</title>
		<link>http://www.dieneuntekunst.de/?p=205</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 13:06:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ComicCombo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Comics über Mädchen sind Mädchencomics? Ach iwo. Schon „Alice im Wunderland“ zeigte, wie großartig alle Konventionen überschreitend eine Geschichte über ein kleines Mädchen sein konnte. Seit einigen Jahren sind die kleinen Heldinnen im Comic im Kommen. Und die Großen sollten das lesen, unbedingt. Zum Beispiel „Zarla“. Ganz zurecht hat der Verlag diese Serie für [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.comiccombo.de/index.php?mode=search&amp;keywords=zarla"><img alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/zarla.jpg" width="335" height="450" /></a></p>
<p><a href="http://www.comiccombo.de/index.php?mode=search&amp;keywords=album+koma+"><img alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/koma.jpg" width="335" height="450" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Comics über Mädchen sind Mädchencomics? Ach iwo. Schon „Alice im Wunderland“ zeigte, wie großartig alle Konventionen überschreitend eine Geschichte über ein kleines Mädchen sein konnte. Seit einigen Jahren sind die kleinen Heldinnen im Comic im Kommen. Und die Großen sollten das lesen, unbedingt.</b></p>
<p>Zum Beispiel „Zarla“. Ganz zurecht hat der Verlag diese Serie für eines seiner „Gratis Comic Tag“-Hefte ausgewählt. Denn der Funny ist nicht nur quietschbunt, sondern auch schwarzhumorig, intelligent und am Ende sogar einfühlsam.</p>
<p>Dabei ist die Titelheldin alles andere als sympathisch. Zarla, vielleicht fünf, sechs Jahre alt, ist mit einem gewaltigen Ego ausgestattet und hält sich für eine unbesiegbare Kriegerin. Nicht merkend, dass hinter ihrem Rücken die anderen für sie die Heldentaten begehen, allen voran ihr Leibwächter Hydromel.</p>
<p>Die Komik der Serie kommt natürlich aus dem Widerspruch zwischen Zarlas Ego und der Realität der Handlung, die der Leser vor Augen geführt bekommt. Aber genauso aus der Drastik der Darstellung.Wenn es um Wegelagerer, Amazonen oder Drachen geht, kennt Zarlas Beschützer wenig Pardon.</p>
<p>Grafisch erinnert das durchaus an „Asterix“, stellenweise auch an die „Troll von Troy“-Comics, nur mit mehr Blut. Schwarzhumoriger Slapstick, der spätestens dann kippt, wenn Zarla ihren verschollenen Vater sucht, aber nicht findet. Sie ist eben nicht nur ein großmauliges Gör, sondern auch ein kleines Mädchen, das man dann doch liebhaben muss, irgendwie.</p>
<p>Ganz anders „Koma“. Hier deutet schon der Titel den düsteren Grundton an. Frederik Peeters ist in Deutschland als Zeichner der Graphic Novel „Blaue Pillen“ bekannt, ein Band zum Thema AIDS. Sein Stil ist dort wie hier weich, aber abgründig tief schattiert. Nein, kein Spaß hier.</p>
<p>Es geht um die Macht der Alpträume. Addidas, Heldin der Serie, arbeitet als Schornsteinfegergehilfin in einer kohleverrussten, hyperindustrialisierten, verarmten und verdreckten Megapolis. In unvorhersehbaren Abständen fällt sie ins Koma, dann erscheinen ihr bizarre Monster.</p>
<p>Das ist das Grauen. Eines, das sich Zeit lässt. In Frankreich erscheint die Serie seit 2003, in Deutschland ist sie erst dieses Jahr gestartet. Der Eröffnungsband ist kaum mehr als ein Opening-shot. Er stellt die Hauptfiguren vor, den Konflikt der Handlung.</p>
<p>Vor allem aber tunkt er den Leser tief in seine Atmosphäre. Rätselhaft, beklemmend. In „Zarla“ möchte man annehmen, dass es der Kleinen gelingt, ihren Vater wiederzufinden. Wie der Ausweg in „Koma“ aussehen soll, oder ob es nur noch tiefer hinabgehen soll in diese verrußte Schornsteinwelt, das ist kaum auszudenken. Aber wissen will man es schon.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><i>Zarla: Piredda Verlag, 48 S.; € 13,00</i></p>
<p><i>Koma: Reproduk, 48 S.; € 12,00</i></p>
<p>von Stefan Pannor</p>
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		<title>Billy Bat &#8211; Naoki Urasawa</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 12:56:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ComicCombo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension Manga]]></category>

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		<description><![CDATA[„Billy Bat“ hebt das Genre des Mystery-Thrillers auf ein neues Level. Dass die komplexe, sich selten auf den ersten Blick erschliessende Erzählung trotzdem ein atemberaubender Pageturner ist, ist die große Meisterschaft von Autor und Zeichner Naoki Urasawa. Leicht macht es Urasawa dem Leser schon lange nicht mehr, dem europäischen erst recht nicht. „20th Century Boys“ [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.comiccombo.de/Manga/Manga-A-C/Manga-Billy-Bat-1::47037.html"><img class="aligncenter" alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/billy bat.jpg" width="347" height="500" /></a></p>
<p>„<b>Billy Bat“ hebt das Genre des Mystery-Thrillers auf ein neues Level. Dass die komplexe, sich selten auf den ersten Blick erschliessende Erzählung trotzdem ein atemberaubender Pageturner ist, ist die große Meisterschaft von Autor und Zeichner Naoki Urasawa.</b></p>
<p>Leicht macht es Urasawa dem Leser schon lange nicht mehr, dem europäischen erst recht nicht.</p>
<p>„20th Century Boys“ war mit 5.000 Seiten einer der am umfangreichsten gestickte Erzählgobelins des letzten Vierteljahrhunderts. Zugleich einer der komplexesten: die Geschichte auf mehreren Zeit- und Realitätsebenen schwamm im Fahrwasser von Stephen King, Philip K. Dick, Neal Stephenson.</p>
<p>„Pluto“, seine Hommage an den Manga-Altmeister Osamu Tezuka, mit knapp 1600 Seiten ein Kurzwerk dagegen, aber voller Querverweise auf andere Manga. Beide Titel erforderten aufmerksames, möglicherweise mehrfaches Lesen, um alle Fragen beantwortet zu bekommen.</p>
<p>Wohin wird „Billy Bat“ führen, das erst vor zwei Jahren in Japan als Serie gestartet und dessen Ende noch nicht abzusehen ist? Klar ist, Tezuka führt sein Konzept der Rätselhaftigkeit weiter, möglicherweise noch größer und umfangreicher als je zuvor.</p>
<p>Da ist also dieser Fledermausdetektiv, natürlich eine Hommage an Batman, aber genauso an Micky Maus und Felix the Cat. In Urasawas Fiktion ist er gleichzeitig eine populäre Comicfigur in den USA und das Signet eines Geheimordens in Japan, der sich offenbar daran macht, die japanische Regierung zu stürzen. Ein amerikanisch japanischer Comiczeichner macht sich auf, das Geheimnis zu lüften. Gleich danach geschehen die ersten Morde.</p>
<p>Verschwörungen also. Und Batman. Und Micky Maus. Und ein Serienkiller. Falls der Mann auf Drogen ist, dann sind es die richtigen.</p>
<p>Zumal Urasawa sich nicht darauf beschränkt, einen Kontinente und Jahrhunderte übergreifenden Verschwörungsplot aufzumachen. Allein im ersten Band flicht allein er Abhandlungen über die Natur der Kunst ein, entwirft, ohne es dem Leser zu sagen, sein eigenes historisches Paralleluniversum, sinniert über die Geschichte des Manga und wirft einen nostalgischen Blick zurück auf das Nachkriegsjapan. Ganz nebenbei hat der erste Band den vermutlich irrsten Cliffhanger seit Erfindung des Klippenhängens.</p>
<p>Dass das alles nicht unter der eigenen Last zusammenkracht und ins Komische oder Abstrakte abrutscht, sondern hochspannend ist, das ist die große Kunst von Urasawa.</p>
<p>„Billy Bat“ hebt das Genre des Mystery-Thrillers auf neue Höhen. Auch hier muss man genau aufpassen. Ein komplexer Pageturner, vorerst als Endlosserie angelegt, mit dem Potential, einer der Klassiker des Mediums zu werden.</p>
<p><i>Carlsen Manga, 200 S.; € 8,95</i></p>
<p>von Stefan Pannor</p>
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		<title>Aufzeichnungen aus Jerusalem &#8211; Guy Delisle</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 12:47:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ComicCombo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[Guy Delisle hat Comictagebücher über Nordkorea, China und Burma veröffentlicht. Sein jüngstes Buch „Aufzeichnungen aus Jerusalem“ handelt erstmals nicht von einer Diktatur. Unglück im Glück: genau in seine Anwesenheit fällt einer der massivsten Millitärschläge der jüngeren Geschichte Israels. Am 27. Dezember 2008 griffen die israelischen Luftstreitkräfte Einrichtungen der Hamas im Gazastreifen an. Dieser und die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Album-A-C/Album-Aufzeichnungen-aus-Jerusalem::45185.html"><img class="aligncenter" alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/Aufzeichnungen aus Jerusalem.jpg" width="338" height="500" /></a></p>
<p><b>Guy Delisle hat Comictagebücher über Nordkorea, China und Burma veröffentlicht. Sein jüngstes Buch „Aufzeichnungen aus Jerusalem“ handelt erstmals nicht von einer Diktatur. Unglück im Glück: genau in seine Anwesenheit fällt einer der massivsten Millitärschläge der jüngeren Geschichte Israels.</b></p>
<p>Am 27. Dezember 2008 griffen die israelischen Luftstreitkräfte Einrichtungen der Hamas im Gazastreifen an. Dieser und die Angriffe der folgenden drei Wochen gingen als „Operation Gegossenes Blei“ in die Militärgeschichte der umkämpften Region ein.</p>
<p>Es war genau die Zeit, als der Comiczeichner Guy Delisle in Israel war. Delisle war zuvor bekannt geworden durch seine gezeichneten Reisetagebücher aus Nordkorea, China und Burma. Als er nun das Angebot erhält, zusammen mit anderen Journalisten die Attacken mit eigenen Augen beobachten zu können, sagt er erst zu. Und dann wieder ab. Aus Angst.</p>
<p>Laut eigener Aussage sieht sich Guy Delisle nicht als Journalist. Man sollte sich also hüten, seine Comics als gezeichnete Reportagen zu sehen. Delisle recherchiert nicht, er schildert direkt, was er sieht. Im besten Fall, seinem Buch „Pyöngyang“, entstehen so Schilderungen einer sich schon bei oberflächlicher Betrachtung selbst dekonstruierenden Diktatur.</p>
<p>Im schlechtesten Fall, seinen „Aufzeichnungen aus Birma“, kann es schon mal seitenlang darum gehen, wie Delisle weder etwas gesehen noch erlebt noch zu berichten hat. Ersteres Buch ist erhellend, zweiteres verschleiert die Umstände eher.</p>
<p>„Aufzeichnungen aus Jerusalem“ öffnet eine neue Kategorie in Delisles Schaffen. Erstmals erzählt er nicht über eine Diktatur. Von August 2008 bis Juli 2009 war er in Jerusalem. Die „Operation Gegossenes Blei“ fällt genau in die Mitte dieses Aufenthaltes. Dementsprechend fällt auch das Buch in zwei Teile.</p>
<p>In der ersten Hälfte schildert Delisle, meist ironisch, israelische Alltagsumstände und seine eigene Fremdheit im Land. Mit den Dezemberereignissen wird der Tonfall dunkler. Delisle rückt deutlich stärker das überall präsente Militär ins Bild. Statt launischer Anekdoten über die allgegenwärtige Bürokratie schildert er, wie Militärs ihn am Zeichnen selbst harmloser Anlagen hindern.</p>
<p>Natürlich wäre es schön gewesen, wäre er darüber hinaus auch zum Augenzeugen der Kriegshandlungen geworden. Menschlich ist verständlich, dass er &#8211; Familienvater mit zwei Kindern &#8211; sich verweigert hat.</p>
<p>Das ist letztlich die Leistung des Buches: der permanente Blickwinkel aus dem Alltag heraus. Delisle arbeitet mit Einfühlungsvermögen statt politischer Analyse. Freimütig schildert er seine Verwirrung über die komplexen politischen Umstände des Nahen Ostens, an deren Brennpunkt er sitzt.</p>
<p>Das Ergebnis ist ein &#8211; man traut sich kaum, es zu sagen &#8211; amüsantes, aber auch die Diskussion um Israel um einen wichtigen Beitrag erweiterndes Buch.</p>
<p>Reprodukt, 340 S.; € 29,00</p>
<p>von Stefan Pannor</p>
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		<title>Packeis &#8211; Simon Schwartz</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 12:30:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ComicCombo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Geschichte des ersten Menschen am Nordpol, dessen Name nicht publik wurde, weil er die falsche Hautfarbe hatte: er war schwarz. Dargestellt als Graphic Novel in schwarz-weiss mit vielen melancholischen Blautönen und auch sonst ganz hervorragend. Matthew Henson war der erste Mensch am Nordpol. Die Geschichte geht so: der Entdecker Robert Peary schickte, gesundheitlich schwer [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://www.comiccombo.de/Deutsche-Comics/Graphic-Novel/Album-Packeis::45143.html"><img class="aligncenter" alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/packeis.jpg" width="289" height="400" /></a></p>
<p><b>Die Geschichte des ersten Menschen am Nordpol, dessen Name nicht publik wurde, weil er die falsche Hautfarbe hatte: er war schwarz. Dargestellt als Graphic Novel in schwarz-weiss mit vielen melancholischen Blautönen und auch sonst ganz hervorragend.</b></p>
<p>Matthew Henson war der erste Mensch am Nordpol. Die Geschichte geht so: der Entdecker Robert Peary schickte, gesundheitlich schwer angeschlagen, seinen Assistenten Henson kurz vor dem Pol voraus. Der ging zuerst über den Pol hinaus, drehte dann aber um und kam fast zeitgleich mit dem ihm folgenden Peary am Pol an. Fußspuren bewiesen, dass Henson zuerst dagewesen war.</p>
<p>Dass heute dennoch Peary als mutmaßlicher Entdecker des Nordpols gilt, hat einen sehr simplen Grund. Henson war schwarz. Erst spät im Leben, mit dem Erstarken der amerikanischen schwarzen Bürgerrechtsbewegung, bekam Henson ein wenig von der Anerkennung, die ihm zustand.</p>
<p>Es ist von besonderem Reiz, diese Geschichte vom schwarzen Mann am weissen Pol ausgerechnet in einer Graphic Novel zu erzählen. Kein erzählendes Medium sonst ist so sehr abhängig vom schwarz-weiss-Kontrast, von Linien als Trennstrichen zwischen den Objekten wie der Comic.</p>
<p>Simon Schwartz nimmt sich des Sujets tatsächlich durch beinahe völligen Verzicht auf Farbe an. Lediglich Blau hat er beigemixt, das aber in so vielen Schattierungen, das tatsächlich der Eindruck von Vielfarbigkeit entsteht.</p>
<p>Wie das Spiel mit den Farben ist die Erzählung ein bewusstes Spiel mit dem Scheinbaren, das Schwartz in dieser Geschichte um Rassismus und selbsternannte Polentdecker &#8211; neben Peary beanspruchte auch Frederick Cook für sich, als erster den Nordpol erreicht zu haben &#8211; betreibt.</p>
<p>Dazu greift er immer wieder visuelle Motive auf. Das von Tahnusuk, dem Teufel in der Mythologie der Inuit. Oder das von Mahri Pahluk, der mythologisch verbrämten Figur der Inuit, deren Vorbild Matthew Henson war.</p>
<p>Die Anleihen an Inuit-Bildkultur vermengt Schwartz ausgerechnet mit einem grafischen Stil, der der unwahrscheinlichste Kandidat zu sein scheint. Der des „Mosaik“ von Hannes Hegen, von dem er die kantigen Nasen, die wimpernlosen Augen und vieles mehr übernimmt.</p>
<p>Die Schwere des Stoffes bekommt so eine leichte Ironie, einen Hauch von Abenteuercomic, der den ansonsten bösen Stoff erträglich macht. Schwartz verwebt Hensons gesamte Lebensgeschichte, ja sogar die Ereignisse diverser anderer Peary-Expeditionen in dieses Ringen um den Nordpol mit dem eigenwilligen Ausgang und dem Helden, der kein Held sein durfte, weil er die falsche Hautfarbe hat.</p>
<p>Man sollte sich dabei hüten, den Comic als Darbietung der Wahrheit zu betrachten. Neben vielen bis heute historisch ungeklärten Fragen wie der, ob nicht vielleicht wirklich Cook vor Henson und Peary am Pol war, die im Rahmen der Erzählung recht eindeutig beantwortet werden, nimmt sich Schwartz auch diverse historische Freiheiten heraus.</p>
<p>Zugunsten der Dramaturgie verschiebt er Ereignisse im Zeitverlauf. Anders als im Comic etwa dargestellt, verstarb Hensons Frau nach ihm, nicht vor ihm. Eine deutlich korrektere, wenn auch von unzähligen Rechtschreibfehlern geplagte, chronologische Darstellung der Ereignisse findet sich im Anhang des Buches.</p>
<p>Schwartz Erzählung ist kein Lehr- und Aufklärungscomic. Vielmehr handelt er davon, einen Menschen zu verstehen, der lange von der Geschichte übergangen wurde. Also solches ist es, in der polaren Kälte, ein warmer, mitfühlender Comic.</p>
<p><b>Avant-Verlag, 176 S.; € 19,95</b></p>
<p>von Stefan Pannor</p>
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		<title>Ein philosophisch pornografischer Sommer &#8211; Jimmy Beaulieu</title>
		<link>http://www.dieneuntekunst.de/?p=170</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Jan 2013 11:40:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ComicCombo</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension Comics]]></category>

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		<description><![CDATA[  &#160; Ein auf dem Erlanger Comicsalon verteiltes Preview-Heft fasst das Konzept der Anthologie „Bettgeschichten“ gleich im ersten Satz des Vorwortes zusammen: „Geben Sie einem Künstler oder einer Künstlerin ein Zeichenwerkzeug zur Hand, und früher oder später werden sie Schweinerein zeichnen“. Das ist soweit vermutlich richtig, und es sollte betont werden, dass diese Anthologie diverser [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><span style="font-size: medium;"> </span></span></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" alt="" src="http://comic-combo-leipzig.de/cc_platz/Neunte Kunst/philosophisch porno.jpg" width="351" height="500" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein auf dem Erlanger Comicsalon verteiltes Preview-Heft fasst das Konzept der Anthologie „Bettgeschichten“ gleich im ersten Satz des Vorwortes zusammen: „Geben Sie einem Künstler oder einer Künstlerin ein Zeichenwerkzeug zur Hand, und früher oder später werden sie Schweinerein zeichnen“.</p>
<p>Das ist soweit vermutlich richtig, und es sollte betont werden, dass diese Anthologie diverser Independent-Zeichner sich nicht mit Drumrum-Gerede aufhält. Es sind Sexepisoden. Wäre der Begriff nicht so negativ belegt, könnte man auch Pornografie dazu sagen.</p>
<p>Und das ist ein Dilemma. Sex ist in der Regel nicht besonders tiefsinnig, die Möglichkeiten, wo die Handlung langlaufen kann, bekannt. Daher sind gute Geschichten über Sex selten. Gute Comics über Sex zeichnen sich meist dadurch aus, dass sie grafische Klischees vermeiden, nicht in stereotype, hochglanzgefällige Idealisierung verfallen.</p>
<p>Ein paar der Comics in diesem Buch gelingt das sehr gut. Es sind verblüffenderweise vor allem die Frauen, die ihre Fickfantasien in der Regel mit leichter Ironie und bei aller Eindeutigkeit des Geschehens nicht ohne Gefühle zeichnen. Die wunderbare Maike Plenzke hier in ihrer ersten (mir bekannten) längeren Erzählung, oder die durch ihren Comicstrip „Zuckerfisch“ bekannte Naomi Fearm mit der vermutlich witzigsten Schilderung eines Dreiers, die es bis dato im Comic gab.</p>
<p>Überhaupt, Humor hilft. Mawil inszeniert einen unfreiwilligen One-Night-Stand als Slapstick-Posse, Eckart Breitschuh ein bizarres Wald-SM-Abenteuer (fifty shades of green?) als Komödie der Unterwerfung.</p>
<p>Demgegenüber stehen leider zu viele Geschichten, die trotz grafischer Experimentierfreude allzusehr in die Nähe des Porno-Standard-Plots „Großes Gemächt &#8211; gefälliges Girl“ (oder Boy) kommen.</p>
<p>Natürlich, grafisch ist selbst das toll aufbereitet. Trotzdem, die inhaltliche Standardkost enttäuscht in einem Produkt, das sich doch ein wenig von genau dieser abheben will (wie nicht zuletzt das widerborstige Cover belegt). Für die unvermeidliche Fortsetzung wäre etwas mehr Spielfreude wünschenswert.</p>
<p>Das kann man auch über Jimmy Beaulieus Erstling sagen. Der widmet sich, auf fast 300 Seiten, einer erotischen tour-de-force im kanadischen Hinterland.</p>
<p>Drei, vielleicht sogar mehr Handlungsstränge laufen hier parallel ab: das Paar, das ein altes Hotel auf dem Land kauft und sich dort sexuell austobt, der Schriftsteller, der unglücklich in eine Lesbe verliebt ist, die Lesbe, die mit der Bäckerin anbandelt.</p>
<p>Leider laufen die Stränge nur ab. Beaulieu verpasst es, das Geschehen sinnvoll zu einem Ganzen zu verknüpfen. Ab der zweiten Hälfte der immerhin fast 300 Seiten starken Erzählung gerät ihm das Geschehen sogar ganz außer Kontrolle. Statt die diversen Plots vorwärts zu treiben, erschöpft er sich in immer neuen Tagträumen, Kostümierungen und erotischen Verrenkungen.</p>
<p>Der abrupte Schluß des Buches, ohne auch nur einen der Handlungsstränge zu Ende gebracht zu haben, mag als stummes Eingeständnis des Scheiterns des Autors gelten. Schade ist es dennoch, denn die Geschichte beginnt nicht nur als sehr schöne versponnene Spielerei, sondern ist mit seiner Anknüpfung an moderne französische Independent-Zeichner auch grafisch äußerst angenehm aufbereitet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Jimmy Beaulieu: Ein philosophisch pornografischer Sommer; Schreiber &amp; Leser, 288 S.; €22,80</p>
<p>von Stefan Pannor</p>
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